Die Renaissancestadt Ferrara

UNESCO-Weltkulturerbe

Wahrscheinlich im 7. Jhd. vor Chr. als byzantinische Festung zur Überwachung des Flusses Po entstanden, war Ferrara im Mittelalter ein wichtiges Zentrum für den Flusshandel. Die Stadt erreichte in der Renaissance unter der Herrschaft des Hauses von Este den Höhepunkt ihres Glanzes. Zwischen Ende des 15. Jhd. und Anfang des 16. Jhd. erlangte Ferrara die heutige städtebauliche Form in den Stadtvierteln, die der Hofarchitekt Biagio Rossetti nach der ersten modernen Stadtplanung entwarf, und wurde so zum Beispiel für den modernen Städtebau.

Dank dieser Vergangenheit ist die Stadt mit ihrem Territorium seit 1995 von der UNESCO in die Liste der Weltkulturerbestätten „als bewundernswertes Beispiel einer in der Renaissance geplanten Stadt“ aufgenommen worden.

Im Stadtzentrum sind Gegenwart und Vergangenheit harmonisch miteinander vereint. In den labyrinthartig verlaufenden Straßen des mittelalterlichen Stadtteils kann man noch heute den ursprünglichen Flusslauf des Pos wahrnehmen und die Spuren der „Casseri“, der typischen hohen und schmalen Häuser, sehen. Im historischen Stadtkern liegen bedeutende Monumente, wie die Kathedrale San Giorgio, ein wunderschönes Bauwerk, das den Übergang vom romanische zum gotischen Stil verdeutlicht, sowie die Prachtburg Castello Estense, das Wahrzeichen der Herrschaft der Familie Este. Zu den wichtigsten Bauwerken im Inneren der antiken Renaissancemauer gehören zum Beispiel: der Palazzo dei Diamanti auf dem wunderschönen Corso Ercole I d'Este, der als „eine der schönsten Straßen Europas“ gilt; der Palazzo Schifanoia, in dem die Vergöttlichung der Malerei von Ferrara im 15. Jahrhundert mit den Fresken im Salone dei Mesi (Saal der Monate) zu sehen ist.

Die übrig gebliebenen Lustschlösser und Herrensitze, die sogenannten „Delizie“, waren der Mittelpunkt für das vergnügliche und kulturelle Leben und zeugen noch heute von der Herrschaft der Estenser über das Territorium. Neben der Delizia di Schifanoia, die Ende des 14. Jhd. als erstes Anwesen in einem Bereich errichtet wurde, der damals ein Vorstadtgebiet war, sind bis heute noch weitere Delizie erhalten geblieben: die Delizia del Belriguardo in Voghiera, die in freier Landschaft nach dem Vorbild der antiken römischen Villen von 1436 bis 1440 errichtet wurde; das zur Krönung der Trockenlegung der Sumpflandschaft (Polesine) um Ferrara gebaute Jagdschloss Castello della Mesola, welches den Herzogen von Este als Wohnsitz diente, um im Fluss zu fischen und in den umliegenden Wäldern zu jagen; die Delizia del Verginese in der Nähe von Portomaggiore, die sich durch ihr Bossenwerk und die vier Zinnentürme unterscheidet; die Delizia di Benvignante in Argenta.

Nach der langen Herrschaft der Estenser traten die Kardinäle als Legaten des Kirchenstaates die Nachfolge an und „erbten“ die schwierigen Regierungsprobleme in diesem Gebiet. Sie schafften die Voraussetzungen für die umfassenden Arbeiten zur Landgewinnung im 20. Jahrhundert.


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